Die Pfarrkirche wurde von Stephan von Slaet zwischen 1341 und 1350 erbaut und der heiligen Margaretha geweiht. Dieses kleine gotische Kirchlein (9,40 m lang, 5,45 m breit, ca 9 m hoch) ist das Presbyterium für die heutige Pfarrkirche. 1727 ließ Kaiser Karl VI. das Gotteshaus durch das barocke Langschiff auf die heutige Grösse erweitern (21,8 m lang, 9,9 m breit, 12,5 m hoch). Trotz der einheitlichen äußeren Fassadierung sind noch deutlich die zwei Bauabschnitte erkennbar, das gotische Presbyterium und das barocke Schiff. 1754 ließ Kaiserin Maria Theresia den Turm errichten (37 m hoch).
Inneneinrichtung: Wenn man die Kirche durch das Haupttor unter dem Turm betritt, empfängt einen ein heller, in freundlichen Farben gehaltener Raum. Im Scheitel der Presbyteriumswand ist der mächtige habsburgische Reichsadler zu sehen. Das Herzschild des Doppeladlers ist umrahmt von den Insignien des Ordens vom Goldenen Vlies und trägt das Monogramm Kaiser Karl VI. - CVI. In den Fängen hält der Adler Schwert und Zepter, während ein Spruchband den Wahlspruch des Kaisers und die Jahreszahl der Erweiterung des Gotteshauses zeigt: "Constantia et Fortitudine" (mit Beständigkeit und Starkmut) 1727.
Der barocke Hochaltar wurde 1768 in Kunstmarmor errichtet. Der Aufbau hat über dem Tabernakel noch einen Drehtabernakel zur Exposition des Allerheiligsten. Darüber bildet eine Plastik, das apokalyptische Lamm Gottes darstellend, von zwei anbetenden Engeln flankiert, den Abschluss. Der Retabelaufbau fügt sich organisch in den gotischen Chor. Rechts vom Altar ist auf hohem Sockel der hl. Rochus dargestellt, links in gleicher Weise der hl. Sebastian. Im Mittelteil ist hinter dem Hochaltar auf einem Bild in Überlebensgröße die Kirchenpatronin, die hl. Margaretha, dargestellt (Das Bild ist signiert "F.B. 1832" - Maler unbekannt). Die Heilige steht aufrecht und hält in der linken Hand ein Kreuz gegen den Drachen (Symbol für die Versuchung zum Glaubensabfall), während Schwurhand und Blick zum himmlischen Vater erhoben sind, der über ihr erscheint. In der rechten Mauer des Presbyteriums sind Sitznischen mit kleinen Gewölberippen im gotischen Stil (um 1350) mit dem Wappen der Grafen von Nürnberg ausgenommen.
Auf den Seitenaltären sind zwei spätbarocke holzgeschnitzte Figuren (1760), der hl. Josef und die allerseeligste Jungfrau Maria, aufgestellt. Die Kanzel im Rokokostil stammt aus 1770. Die Kreuzwegstationen - von dem Wiener Künstler Eduard Kerschbaum 1968 aus Lindenholz geschnitzt - sind an den Seitenwänden des Langhauses angebracht. Die Orgel wurde 1897 vom Wiener Orgelbauer Johann M. Kauffmann als mechanische Kegelladenorgel mit 16 Registern errichtet.
Vom Kirchenplatz führt die Kirchenstiege auf einer Brücke (Schwibbogen) über der Mittelstraße zur Pfarrkirche. Im Jahre 1727 wurde dieser Treppenaufgang mit sechs lebensgroßen barocken Steinplastiken geschmückt. Dies dürfte Ausdruck der Dankbarkeit für den geglückten barocken Kirchenumbau unter Kaiser Karl VI. gewesen sein. Initiator für die Errichtung der Heiligenfiguren war der damalige Pfarrer Christoph Leopold Edler von Guarient und Raall. Die Arbeiten wurden durch Spenden der Zünfte und durch Spenden einzelner Bürger finanziert.
Auf der rechten Seite des Aufganges sind Statuen
- des hl. Karl Borromäus, der als Schutzpatron gegen die Pest galt,
- des hl. Johannes Nepomuk, der als "Brückenheiliger" im Volk sehr verehrt wurde, und oben
- des hl. Florian, der als Patron der Feuerwehr und der Schmiede beliebt war.
Auf der linken Seite sind die Statuen
- des hl. Josef, der als Patron für eine gute Sterbestunde und als Beschützer vor einem unvorbereiteten, plötzlichen Tod angerufen wurde,
- der Mutter Gottes als unbefleckt empfangene Jungfrau, die der Schlange den Kopf zertritt, und oben
- des hl. Leopold, des Landespatrons, der als Kirchen- und Klostergründer (Kirche am rechten Arm) dargestellt wird.
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